München 09 Tag 2
21. Juni 2009
Hoffnungslauf im LW1x der Frauen:
Am Start: Tschechien, Mexiko, Schweden, Hongkong und Österreich.
Aufstiegsmodus: die ersten beiden kommen ins A-Finale, alle anderen ins B-Finale.
Die Vorlaufleistung des Vortags lies uns optimistisch in den Hoffnungslauf gehen. Manuela wurde als Vorlaufschnellste auf die Bahn 3 gesetzt. Neben ihr die weltcuperfahrenen Konkurrentinnen aus Tschechien und Mexiko.
Attention Go! Die Ampel springt von rot auf grün und die Bugverankerungen verschwinden in Bruchteilen von Sekunden im Wasser. Mexiko startet kraftvoll weg und liegt vor Manuela und Tschechien in Führung. Bei der 250 m sind alle drei Boote gleich auf. Manuela startet einen Zwischenspurt und kann sich mit einer Bootslänge vor Tschechien setzen.
1000m Marke: 1 1/2 Längen Vorsprung von Manuela auf Tschechien, die restlichen Gegnerinnen können das Tempo der beiden Führenden nicht mitgehen. Ihre Gegnerin aus Tschechien startet Angriff um Angriff, aber Manuela kann sie souverän kontern.
Mit einer starken Leistung fährt sie diesen Vorsprung bis ins Ziel und steigt als Hoffnungslaufsiegerin (mit der schnellsten Hoffnungslaufzeit aller Läufe) sensationell ins A-Finale auf.
A-Finale im LW1x der Frauen:
Am Start: Tschechien, Deutschland 2, Schweden, Dänemark, Österreich, Deutschland 1
Als Favoritinnen für das Finale sind aufgrund der Vorlaufergebnisse die Dänin Rasmussen und die Schwedin Karlsson zu sehen. Beide waren schon in Banyoles im Weltcupfinale, wobei dort die Schwedin vor der Dänin finishen konnte.
Die Deutsche Weltmeisterin Reimer hat nur knapp den Vorlauf nicht gewonnen und zählt sicherlich auch zum Favoritenkreis.
Manuela hat bei ihren ersten Weltcupstart bereits mehr erreicht, als wir zu hoffen wagten und kann befreit ins Rennen gehen. Alles was noch kommt ist für heute Zugabe.
Startzeit 16:10 Uhr: wieder gibt es Verzögerungen am Start, da die Boote unterschiedlich lang sind muss der Startponton erst justiert werden.
Das Startsignal ertönt und alle Boote kommen gut aus den Startverankerungen. Ein fulminanter Start der Deutschen Reimer bringt diese in Front, eine Länge vor der Schweding Karlsson, knapp gefolgt von Rasmussen.
500 m Marke, Manuela findet sich mit 2 Bootslängen Rückstand nur auf dem 6. Platz, ist aber noch an den Spitzenbooten dran.
Eine Einlage bringt sie wieder ins Rennen zurück, sie setzt ihren Bug vor die Tschechien und ist bereits im Boot der Deutschen. Vorne weg sprintet sich Rasmussen an die Spitze des Feldes. Reimer fällt hinter die Karlsson zurück, die ihrerseits nochmals versucht Rasmussen anzugreifen.
1500 m Marke: Das Rennen könnte nicht spannender sein. In Führung mit kraftvollen Schlägen die Dänin, eine knappe Bootslänge dahinter Schweden, dann nur eine weiter halbe Länge dahinter 3 Boote, Deutschland 2, Österreich und Tschechien, alle können sogar noch um den 2.Platz mitkämpfen.
Die Endspurts werden angezogen, vorne weg die Dänin, sie lässt keinen Zweifel aufkommen, dass sie heute die Schnellste sein möchte und sich hier ihren Weltcupsieg holt, dahinter ein spannender Bord an Bord Kampf, Schweden kämpft verbissen um den zweiten Platz, die Deutsche Reimer kommt nicht mehr mit und aussen geht die Tschechin vorbei, Manuela setzt sich von Tibitanzl ab und ist Bord an Bord mit Reimer, kann aber nicht mehr mit der Tschechin mitgehen.
Zieleinlauf: 1. Dänemark, 2. Schweden, 3. Tschechien, 4. Deutschland 2, 5. Österreich (nur 7 Zehntel hinter der Weltmeisterin aus Deutschland) und 6. Deutschland 1 (der Weltcupsiegerin des Vorjahrs)
Ein toller und starker Auftritt von Manuela bei ihrem Weltcupdebüt mit einem sensationellen 5.Platz belohnt.
Diese starke Leistung lässt uns nach Luzern blicken. In 3 Wochen wird Manuela dort nochmals ins Weltcupgeschehen eingreifen und versuchen um die Qualifikation für die WM in Pozen (Polen) zu rudern. Es wird zwar sicherlich noch einer Leistungssteigerung bedürfen, sollte allerdings Taupe-Traer nicht antreten ist auch eine erfolgreiche Qualifikation in Reichweite.
Andreas Chabicovsky aus München

