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Kleinboottest Ottensheim

3. Juni 2009 Andreas Chabicovsky

Strahlend blauer Himmel und ein kaum spürbarer Hauch von einem Gegenwind zeigte uns zu Beginn der Kleinboot Testregatta in Ottensheim eine Regattastrecke mit spiegelglatten Wasser.

2 Tage – 3 Rennen – 2 Einzelzeitfahren und ein Head to head Race – ausgeschrieben um die Besten der Besten der österreichischen Ruderszene zu Saisonbeginn im Skiff zu ermitteln. Diesen beinharten Wettkampfvergleich stellte sich folgendes Argo-Racingteam:

LW1x: Manuela Laimböck
JW1x: Lisa Jenko
JM1x: Clemens Fickl
JM1x: Georg Karner

Frauen 1x (13 Boote am Start, Leichtgewicht und Schwer gemischt)
Tag 1 – 1.Einzelzeitfahren – Startzeit 10 Uhr.

Das spiegelglatte Wasser zeigte sich von der schönsten Seite und unwillkürlich wurde klar, warum es einen Walzer an der schönen blauen Donau gibt.
In 30 Sekunden Abständen erfolgten die Starts. Argonauten Attention – ein dumpfes “gröing” und die Ampel springt auf grün – der Adrenalinspiegel erreicht seinen Höhepunkt und endlich raus aus der Startverankerung in das befreiende Rennen.
Manuela kommt noch sehr aus der Grundlagenausdauer, sodass noch nicht die Spritzigkeit vorhanden ist, die Starts einfach unwiderstehlich “geil” aussehen lässt, aber dafür passen Rhythmus und Bootsgefühl um so perfekter. Bei 500m noch etwas hinter ihren Hauptkonkurrentinnen begann sie ab dieser Marke mit überaus druckvoller Wasserarbeit und eine Einlage folgte der anderen. Finish – durch – wie schnell war ich? Die erste Manöverkritik durch den Trainer brachte einen Rüffel ob der “verschlafenen” ersten 500 m und ein Lob, da eine Zeit unter 8 Minuten mitgestoppt wurde, dann nach endlosen langen Warten (ca. 1 Stunde) das Ergebnis. 7:52,8 – WOW! was für eine Zeit bei diesen Bedingungen! Wieder neuer persönlicher Rekord und nur 2 Sekunden hinter Österreichs Aushängeschild Michaela Taupe. (mit dieser Zeit wäre in den letzten Jahren bei Weltmeisterschaften immerhin schon ein B-Finale im Mittelfeld möglich gewesen!) Ein wahrlich starker Beginn für ein hartes Wochenende war gelungen. Und die Taktik einen Zeitvorsprung für den zweiten Zeitlauf herauszufahren ist absolut gelungen.
Ergebnisse 1. Einzelzeitfahren:

1. Taupe 07:50,75
2. Laimböck 07:52,03 (persönliche Bestzeit!)
3. Wolfsberger 07:58,56
4. Karlsson 07:59,03
5. Steinecker 07:59,23
6. Borzacchini 08:01,56
7. Pühringer 08:02,96
8. Sperrer C. 08:03,13
9. Sperrer A. 08:07:57
10. Lobnig 08:07,80
11. Pfister 08:25,36
12. Groiss 08:39,5
13. Taborsky 08:53,4

Tag 1 – 2. Einzelzeitfahren – Startzeit 14:30 Uhr
Kein spiegelglattes Wasser mehr, ein böiger und abwechselnder Gegenwind zeigte sich den Einzelzeitfahrerinnen. Die Startnummern wurde neu vergeben, die Vorlaufstärkste begann den zweiten Zeitlauf, Manuela somit als Zweite auf die Strecke.
Mit dem Willen Michaela Taupe zu fordern, versuchte es Manuela leider in diesem Lauf mit der Brechstange, was zu einer unsauberen Wasserarbeit führte und zu einem Ergebnis, welches zwar knapp aber doch leicht hinter dem Großteil des Feldes war.
Ergebnisse 2. Einzelzeitfahren

1. Taupe 08:21,46
2. Borzacchini 08:27,04
3. Steinecker 08:27,11
4. Sperrer C. 08:27,87
5. Karlsson 08:28,26
6. Pühringer 08:28,84
7. Wolfsberger 08:29,76
8. Laimböck 08:30,32
9. Lobnig 08:31,79
10. Sperrer A. 08:34,47
11. Pfister 08:49,38
12. Groiss 08:55,57
13. Taborsky 09:34,10

Für die Finalsetzungen am zweiten Tag wurden die beiden Ergebnisse des Einzelzeitfahren addiert und damit die Rangfolge für die A/B/C Finale festgelegt.
Finale-A

1. Taupe 16:12,21
2. Laimböck 16:23,13
3. Karlsson 16:27,29
4. Steinecker 16:28,06
5. Wolfsberger 16:28,32
6. Borzacchini 16:28,60

Finale-B

7. Pühringer 16:30,10
8. Sperrer C. 16:31,00
9. Lobnig 16:39,59
10. Sperrer A. 16:42,04
11. Pfister 17:14,74
12. Groiss 17:30,00

Das gesteckte Ziel – Qualifikation für das A-Finale wurde somit von Manuela souverän erreicht und mit voller Spannung blickten wir auf den Finaltag am Sonntag.

Juniorinnen 1x (20 Boote am Start)
Tag 1 – 1. und 2. Einzelzeitfahren
Für Lisa Jenko galt es in erster Linie Erfahrungen auf einer großen Regattastrecke zu sammeln. Ampelstart, Startrichter, volle Startfelder brachten die entsprechende Aufregung.
Der erste Lauf verlief nicht optimal, sodass sie sich nur am hinteren Ende des Feldes einreihen konnte.
Mit weitaus besserem Kampfgeist konnte Lisa im zweiten Lauf mehr überzeugen, auch wenn ihr dabei Probleme beim Start einen Einzug in das C-Finale verwehrten.
Am Vormittag erreichte sie eine Zeit von knapp über 9 Minuten, am Nachmittag war sie in 09:27,33 immerhin schneller als die bei den Frauen startende Ruderin von Ellida.

Junioren 1x (34 Boote am Start)
Tag 1 – 1. und 2. Einzelzeitfahren
Für Georg und Clemens ging es vor allem um den ersten Leistungsvergleich nach dem Wintertraining. Die Ziele für das heurige Jahr wurden aufgrund der bisherigen Testergebnisse nationale Bewerbe reduziert und demnach gingen beide mit etwas gedämpften Erwartungen in den Vergleichskampf. Leider konnten sie an bereits in den vergangenen Jahren gezeigte Leistungen heuer noch nicht anknüpfen und mussten sich dem internen Vergleichskampf stellen, den bei beiden Zeitläufen Clemens für sich entscheiden konnte.
Abgesehen von den doch enttäuschenden Zeitergebnissen war zumindest ein technischer Fortschritt bei beiden deutlich erkennbar, was bei kontinuierlicher Aufbauarbeit in Ausdauer und Kraft auf vordere Platzierungen im Laufe der Saison hoffen lässt.

Clemens 08:23,00 und 08:50,97 gesamt: 17:13,97
Geog 08:28,00 und 08:57,38 gesamt: 17:25,38

Frauen 1x (13 Boote am Start, Leichtgewicht und Schwer gemischt)
Tag 2 – Finale A

Auch am zweiten Tag lachte uns die Sonne vom Himmel. Allerdings verwandelte ein starker Südostwind die Regattastrecke in ein brodelndes Wasser, das scheinbar nur noch auf heiße und spannende Rennen wartete.

10:14 MEZ war es so weit. Die sportliche Leitung des ÖRV entschloss sich die Bahnen von der leicht windgeschützten Seite ab Bahn 6 weg zu setzen, sodass Taupe auf 6, Laimböck auf 5 usw. gestartet wurde.

Internationale Abfrage der einzelnen Boote – Attention ein dumpfes “gröing” und die Ampel springt auf grün – wieder stieg der Adrenalinspiegel in ungeahnte Höhen und nur diese dumpfe “gröing” erlöste aus dieser nervenzereissenden Spannung. Endlich wieder raus aus der Startverankerung in das befreiende Rennen.

Ein kraftvoller und dynamischer Start von Taupe, dicht gefolgt von Karlsson, Steinecker und Wolfsberger. Auch bei diesem Start konnte Manuela noch keine Spritzigkeit finden und musste sich nach 250 m an letzter Stelle kurz umsehen. Ein grimmiges und hallendes “go” und “rauf” des Trainers schallte aus einem allgemeinen Trainergeplärre am Streckenrand in das Ottensheimer Becken und Manuela setzte an ihre große Stärke, den kraftvollen und dynamischen Beinschub loszulassen. Auf den zweiten 500m kam sie endlich so richtig in Fahrt und überruderte Konkurrentin, um Konkurrentin, weit voraus Michaela Taupe mit einer souveränen Vorstellung, aber dahinter bereits ein Zweikampf um den zweiten Platz von Karlsson und Laimböck. Immer wieder der Blick zur Gegnerin, ob der Angriff etwas gebracht hat, aber Karlsson konnte kontern und rettete ihren 2. Platz ins Ziel. Manueala erruderte einen beachtlichen 3. Platz und zeigte als Einzige im Feld, dass sie auch mit Mannschaftsbootgewicht ihre volle Leistung bringen kann, denn sie konnte diese tolle Leistung mit knappen 57 kg errudern. Gratulation! … und wieder eine große Empfehlung für ein Mannschaftsboot mit internationalen Ambitionen!

Ergebnisse Finale A

1. Taupe 08:32,52
2. Karlsson 0842,43
3. Laimböck 08:45,59
4. Wolfsberger 08:52,04
5. Steinecker 08:56,29
6. Borzacchini 09:03,02

Juniorinnen 1x (20 Boote am Start)
Finale D

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